Aufgabe 19: Konspektieren
Wenn Du eine Quellen untersuchende Arbeit schreibst, hast Du eine oder mehrere Quellen ausgewählt, die Du als primäre Quellen untersuchen möchtest. Dieser sogenannte Quellenapparat kann Text-, Bild-, Objekt- und andere Quellen umfassen. Die Textquelle (das könnte z.B. ein Dramentext, ein Roman, eine Briefausgabe, ein originaler Brief, ein Gesetzestext, ein Reisetagebuch) sein, würdest Du konspektieren, um Dir einen inhaltlichen und formalen Überblick über das Textwerk zu verschaffen.
Insbesondere Menschen, die geisteswissenschaftlich forschen, nutzen die wissenschaftliche Arbeitstechnik "Konspektieren". Beim Konspektieren entsteht ein "conspetus" (der Konspekt). In der lateinischen Sprache bedeutet "conspectus" 'Anblick', 'Erblicktes', 'Geschautes', auch 'Anschauung', abgeleitet vom Verb "conspicio" = 'anblicken', 'ansehen', 'in die Augen fallen'. Insofern ist ein Konspekt ein Überblick, Draufblick, die Nahsicht. Wenn Du einen Text konspektierst, so erfasst Du seinen Inhalt und seine formale Gestalt. Die Konspekte (Überblicke) helfen Dir später dabei, die Textquellen zu beschreiben, die Inhalts- und Formanalyse zu entfalten und den Text zu interpretieren.
Die wissenschaftliche Arbeitsmethode "Konspektieren" kannst Du auch dafür nutzen, die wichtigsten Fachtexte über Dein Thema tiefgreifend zu verstehen. Wähle aus Deiner Arbeitsbibliografie 3 Haupttexte zu Deinem Thema aus. Konspektiere diese Forschungsliteratur!
Du bemerkst, alle Wissenschaftler_innen erarbeiten Konspekte.
- Wenn Du ein Quellen untersuchendes Projekt durchführst, so erarbeite zu den Texten Deines Quellenapparates Konspekte!
- Erarbeite zu den wissenschaftlichen Haupttexten (zur Forschungsliteratur) Konspekte!